Wirtschaft
Perus Wirtschaft stützt sich vor allem auf die Land- und Forstwirtschaft, die Fischerei, die Stromerzeugung, Bodenschätze, Erdöl und Tourismus.
Peru hat eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Dies hat dazu geführt, dass vor allem nordamerikanische Konzerne, aber auch europäische Firmen, den Markt beherrschen. Teilweise ist der Zustand monopolartig, wie z. B. die beherrschende Stellung der spanischen Telefónica im Telekommunikationsbereich. Obwohl Peru ein Wirtschaftswachstum von fast 5% nachweisen kann, gilt es politisch wie wirtschaftlich nach wie vor als Entwicklungsland.
Das Land ist reich an Bodenschätzen. Gold, Silber, Kupfer, Zink, Blei- und Fischmehl. Das sind wichtige Exportgüter Perus. Und sie haben dem Andenland in den vergangenen Jahren hohe Einkünfte beschert. Beim Silber-, Zink-, Zinn- und Kupferbergbau zählt Peru zu den wichtigsten Förderern weltweit, ferner werden Gold und Blei in großen Mengen abgebaut. Seit 2007 exportiert Peru auch Erdgas. Und ab 2011 soll Erdöl fließen. Peru profitiert vom Boom an den Rohstoffmärkten und von den eigenen ökonomischen und innenpolitischen Reformen der vergangenen Jahre. Auch in der Weltwirtschaftskrise wird ein - wenn auch deutlich geringeres - Wachstum erwartet. Doch noch immer leiden viele Peruaner unter Armut, besonders im Andenhochland.
Wachsende Bedeutung kommt der Erdgas- und Erdölförderung zu. Die Industrie befindet sich häufig in ausländischer Hand und hat sich auf die Verarbeitung der Bergbau- und Agrarprodukte spezialisiert.
Die Landwirtschaft ist trotz des Rohstoffreichtums noch immer ein wichtiger Wirtschaftszweig. Hier werden, teilweise auf Basis der Subsistenzwirtschaft, Kaffee, Spargel, Kartoffeln, Paprika, Baumwolle, Zuckerrohr, Reis, Mais, Gemüse und Tabak kultiviert. Diese Produkte werden vor allem in den bewohnten Gebieten im Westen in den Flussoasen der Küstenzone angebaut, in denen nur durch künstliche Bewässerung Landwirtschaft betrieben werden kann.
Die großen Gebiete der Selva werden hingegen kaum landwirtschaftlich genutzt. Die Wälder, die zwei Drittel des Landes bedecken, liefern neben Holz Naturkautschuk und Rohchinin. Hier liegen auch Kautschuk-, Jute-, Zitrus- und Kaffeeplantagen.
Relevant ist auch der (teils illegale) Anbau von Koka. Die Blätter werden von den Eingeborenen gewohnheitsmäßig gekaut. Die Anbaufläche dieser Pflanze beträgt ca. 121.000 ha, damit ist Peru der weltweit größte Kokaproduzent. Ungefähr 85% des Kokaanbaus sind für die illegale Produktion bestimmt.
In der Sierra werden Schafe, Ziegen, Rinder sowie Lama und Alpaka gezüchtet.
Große Bedeutung kommt dem Fischfang und der Fischverarbeitung an der Küste zu. Der Fischfang und dessen Verarbeitung gehört zu den wichtigsten Exportzweigen Perus. Die peruanische Pazifikküste zählt zu den fischreichsten Gebieten der Welt. Der fischreiche Humboldtstrom hat Peru zu einer der wichtigsten Fischfangnationen der Welt gemacht, doch haben Überfischung und das Klimaphänomen El Niño zu Einbußen geführt.
Die Erlöse aus Industrie konzentrieren sich auf die Küste und dort vor allem auf Lima. Die restlichen Gebiete sind, außer bei Bodenschätzen, untergeordnet.
Eine immer größere Rolle spielen die chemische Industrie, die Textil-, Schmuck- und Elektroindustrie sowie der Fahrzeug- und Maschinenbau.
Die Bedeutung des Tourismus als Devisenquelle für Peru nimmt immer mehr zu und auch der Staat fördert den Tourismus seit einiger Zeit mit Nachdruck. Mit 1,2 Mio. ausländischen Touristen konnte Peru seine Besucherzahl innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppeln. Neben Cuzco und den Ruinen von Machu Picchu, den Scharrbildern von Nazca und den Altstädten von Lima und Arequipa sind auch der Titicacasee und mehrere Nationalparks wichtige Touristenziele.
