Geschichte
Die prähispanischen Kulturen
Peru und Bolivien gelten als Wiege der präkolumbianischen Zivilisationen Südamerikas. Peru weist verschiedene Kulturepochen auf. Lange vor den Inka entwickelten sich hier die ersten Hochkulturen. Als älteste städtische Zivilisation ganz Amerikas gilt heute die erst 1999 im Supe-Tal nördlich von Lima entdeckte Zone. Funde konnten dort auf das Jahr 2627 v. Chr. datiert werden.
Das Inkareich entstand erst um 1200 n. Chr. und endete 1532 mit der Gefangennahme des letzten Inkaherrschers Atahualpa durch den spanischen Eroberer Francisco Pizarro in Cajamarca. Zu seiner Blütezeit hatte das Inkareich eine Ausdehnung von über 5000 km und reichte von Pasto im heutigen Kolumbien bis zum Fluss Maule in Chile. Das Inkareich war eine Hochkultur, das die Landwirtschaft optimal auf den geographischen, topografischen und klimatischen Bedingungen anpasste. Die Inkas, jenes Volk, das uns durch seine straffe Organisation bis heute fasziniert und die Ruinenstadt Machu Picchu hinterließ, stellten aber nur die letzte Entwicklungsstufe altperuanischer Kulturen dar. Deren geheimnisvoller Beginn lag längst in der vorchristlichen Zeit.
Ab dem 9. Jahrhundert v. Chr. waren monumentale Kult- und Pilgerstätten üblich - mit mächtigen Steinmauern, auf denen Reliefs prangten. Die zeigten tierische Gottheiten wie Schlangen und den Vogel Kondor.
Von der spanischen Kolonialherrschaft zur Republik
Peru wurde für fast 300 Jahre von spanischen Vize-Königen regiert, die vor allem an der Ausbeutung von Edelmetallen interessiert waren. Die folgenden Jahrzehnte waren durch den Niedergang des Inka-Systems gekennzeichnet.
Im 18 Jh. kommt es zu Indianeraufständen unter der Führung von Tupac Amaru, die von spanischen Truppen blutig niedergeschlagen werden. Die napoleonische Besetzung der iberischen Halbinsel schwächte die Herrschaft Spaniens in den Kolonien.
Anfang des 19 Jh. beginnen die ersten Unabhängigkeitsbewegungen in Venezuela und Argentinien. Peru wird als letztes Land Südamerikas von der spanischen Kolonialherrschaft durch José de San Martin und Simón Bolivar befreit.
Die peruanische Republik
Die Anfänge der peruanischen Republik sind durch Instabilität und den "Caudillismo" gekennzeichnet, bis Ramón Castilla (1844 - 1863) eine Konsolidierung des peruanischen Staates gelang. Während der Republik gab es mehrere Diktaturperioden: Die von Augusto B. Leguía (1919-1930), die Militärdiktatur von Manuel A. Odría (1948-1956) und die revolutionäre Militärregierung (1968-1980). Die (relativ) demokratischen Perioden waren kurz.
Erst mit der Redemokratisierung ab 1980 stellte sich eine dauerhafte demokratische Periode ein.
In diesem Zeitraum ist zum einen das Aufkommen der Guerrillabewegung des Leuchtenden Pfades, die während mehr als eine Dekade (1980-1992) die peruanische Entwicklung bestimmte und zum anderen die autoritäre Regierung von Alberto Fujimori (1990-2000) zu erwähnen.
In den letzten 4 Dekaden hat Peru insgesamt gesehen eine sehr bewegte Entwicklung durchlebt. Seitdem die terroristischen Bewegungen besiegt und die Hauptverantwortlichen der Menschenrechtsverletzungen, Vladimiro Montesinos und Alberto Fujimori im Gefängnis sitzen und belangt werden, kommt das Land langsam zu normalen politischen Verhältnissen zurück.




